Gay Uganda

Samstag, 18. Februar 2012

Uganda news:

wo fange ich an:

am 15.02.12 hat der 'Minister of State for Ethics and Integrity, Hon. Rev. Fr. Lokodo Simon', eine Veranstaltung der 'Freedom and Roam Uganda (FARUG)'* in Entebbe (Uganda) aufgelöst und versucht Kasha Nabagesera zu verhaften. Die Veranstaltung richtete sich an 'sexual minorities'.
Genauer lassen sich die Ereignisse hier nachlesen.

Es ist aber meines Erachtens wichtig diese Ereignisse in folgenden Zusammenhang zu stellen:

am 7.2.12 wurde das 'anti-gay' Gesetz von 2009 wieder zur Debatte auf die Tagesordnung der Palaments gesetzt.
Dieses wurde mit einstimmigem Jubel der (oder Teilen der?) Parlamentarier begrüßt.
Einige Einschätzungen dazu: bahati-anti-gay-bill-revived-to-teach-museveni-a-lesson

Die internationalen Reaktionen und Kritiken daraufhin nötigten der Regierung am 8.2.12 folgende Erklärung ab:

"[...] What many of these critics fail to convey is the bill itself was introduced by a back bencher. It does not form part of the government’s legislative programme and it does not enjoy the support of the Prime Minister or the Cabinet. However as Uganda is a constitutional democracy, it is appropriate that if a private members bill is presented to parliament it be debated.[...]

Minister of State for Ethics and Integrity Hon. Lokodo Simon"


Die Erklärung, die sich auf demokratische Prinzipien beruft, ist also von dem Minister unterschrieben, der eine Woche später einen Workshop ohne rechtliche Grundlage auflöst.

Es geht also neben der verschärften Kriminalisierung von Homosexuellen immer auch um die demokratische Verfasstheit zwischen Regierung und Parlament, postkolonial abhängiger Regierung und internationalen Geldgeberinnen, autoritärer Regierung und kriminalisierten Minderheiten und das ganze durchzogen von religösen Fundamentalismen und dem 'schönen Schein nach außen' kurz: es ist kompliziert.

Bei der Debatte um das Gesetz ist die Todesstrafe für Homosexuelle in den Hintergrund getreten und fokussiert sich jetzt auf die Kriminalisierung der 'Promotion of Homosexuality'.
(ähnlich wie grade in St.Petersburg)

Immerhin scheint das Ganze eine Debatte um Demokratie und Menschenrechte in den Medien angestossen zu haben.

Währenddessen ist die Aktivistin Kasha Nabagesera untergetaucht, weil sie sich nicht mehr sicher fühlt.
In einem Interview fordert sie dazu auf, dass internationale Geberländer an ihre Ugandahilfen Bedingungen zum Schutz der Menschenrichte koppeln:

“You cannot continue giving aid to this country and the government (then) uses it to suppress us. There should be some conditions attached to this money because it is being used to muzzle us. [...] The donors should discuss issues of human rights and democracy with the Ugandan government because the Ugandan government does not care about these issues,” she said.

Während diese Bedingungen zwar Notwendig sind um die Debatte um Demokratie und Menschnrechte zu fordern und fördern, stärkt internationaler finanzeller Druck auf Uganda aber auch wieder den Diskurs um die 'unafrikanischen' Werte die damit durchgedrückt werden und sind somit auch nicht das, was eine souveräne Demokratie herstellen(sic!) hilft.

Samstag, 4. Februar 2012

David Kato, one year .....

Vor einem Jahr, am 26.01.2011, ist David Kato ermordet worden.
Die Ermordung des gay-rights Aktivisten hatte einige internationale Medienöffentlichkeit mit sich gebracht und einen Augen-Blick auf die Situation Homosexueller in Uganda geworfen...
Uganda gibt es immernoch, es gibt immernoch eine Situation und nicht nur für gay-rights Aktivisten...

Zwei Stimmen und Rückblicke auf das letzte Jahre möchte ich hier verlinken:

kalendenator.wordpress.com:
one-year-later-what-have-we-learned-from-the-murder-of-david-kato

afrogay.blogspot.com:
david-kato-one-year-on

Für mich, die ich versucht habe das ein kleines bisschen zu verfolgen, ist da besonders wichtig zu lesen, wie zweischneidig internationale Medienöffentlichkeit sein kann, zwischen Internationaler Hilfe und sensationslüsterndem Wirbel.

Auch wie schwierig es ist, das Gelesene in einen Kontext zu bringen mag ich nochmal anmerken.
“Walk-to-Work” protests 2011

So ließt man am Rande bei Kalendenator

"Everything is unaffordable in this city nowadays I wonder how people cope! If I were still living here I think all my ka former $500 salary would be spent on rent and food. At the current 16% inflation rate, I bet it’s difficult for most Ugandans to have savings off their earnings."


Das lässt mich die "Walk-to-Work" Proteste 2011 gegen die allgemeine Teuerung in Uganda erinnern, die mit polizeilicher und militärischer Repression geahndet wurden und mehrere Tote gefordert haben. Wenn im Zusammenhang mit den gay-rights Aktivismus darauf verwiesen wird, dass Menschenrechte unteilbar sind, geht das in min. zwei Richtungen.
Walk-to-Work” protests 2011
(Dies sûrreal anmutende Bild zeigt Oppositionellen bei den Walk-to-Work Protesten, die mit Farbe aus Wasserwerfern "markiert" wurden.)

Vielleicht schaffe ich es ja im Rahmen der Berlinale
Call Me Kuchu zu sehen und höre mehr von den Aktivist_innen als über sie. Diese Sagen ja, dass die Situation im letzten Jahr besser geworden ist:
(von afrogay)

"At the end of the day, this will remain a Ugandan struggle. We need all the moral support we can get, yes, and the funding from foreign donors is of course vital to make gay organizations in Uganda professional. But it is imperative that our foreign friends understand that ultimately the battle will be won by the people on the ground. Val Kalende and I have nothing to gain from saying things are getting better when they are not. It would be more constructive if those who choose to disbelieve us ask for evidence of what we are talking about."

Call Me Kuchu

Call Me Kuchu - Trailer from Call Me Kuchu on Vimeo.

a film by katherine fairfax wright & malika zouhali-worrall
//callmekuchu.com/

Montag, 9. Mai 2011

"And, we are concerned about the rights of ALL Ugandans, including LGBTI Ugandans."

bitte nehmt euch einen moment zeit und lest diesen artikel:

The Anti-Homosexuality Bill, 2009: Political Gimmick, and Diversion.

verschiedene dinge passieren grade in Uganda.
ganz grob:
in der letzten woche hatte die opposition einen friedlichen 'walk-to work' protest gestartet, der von der regierung brutal zusammengeknüppelt wurde. der oppositionsführer ist bei seiner festnahme schwer verletzt worden.

bis zum 11.05 tagt das parlament in Uganda und kurz vor knapp wird das anti-gay-gesetzt doch noch diskutiert.

gug, der auf GayUganda bloggt, beschreibt es als ein ablenkungsmanöver und er ist fest davon überzeugt, dass das gesetzt durchkommt, auch wenn der versuch der ablenkung wohl nicht funktioniert, weil der aufruhr nach der staatlichen repression gegen die friedlichen proteste viel dringlicher scheinen.

es ist vertrackt. ich bin frustriert. ich sorge mich um meinen freund.

Sonntag, 6. Februar 2011

Ein kritischer blick auf den fall David Kato

leider habe ich kein grosses talent zum journalismus, sonst hätte ich die diversen artikel, die ich den letzten tagen gelesen habe, gerne zu einem ähnlichen bericht zusammengefasst, wie den von Rachel Maddow in ihrer show vom 4.2.11 (via african aktivist)

Visit msnbc.com for breaking news, world news, and news about the economy

darin stellt sie nicht nur die verbindung von amerikanischen evangelikalen und der anti-gay-bill her, sondern äußert auch begründete skepsis gegenüber den ergebnissen der mordermittlung, die aber hier auch nochmal ausführlicher betrachtet werden.

in deutschen medien fand nach dem ersten verurteilen und skandalisieren kaum weitere kritische berichterstattung statt, soweit ich das mitbekommen habe. jediglich queer.de berichtet von den zweifeln an der mordermittlung.

aber auch da wird diese nicht in den kontext der bevorstehenden wahlen und der abhängigkeit ugandas von internationaler hilfe gestellt.

Samstag, 5. Februar 2011

Watch: Hate Speech at the Burial of Gay Activist David Kato in Uganda (with Subtitles)



ich kann das grade nicht kommentieren, ich finds einfach nur krass... hauptsächlich die hate speech des pastors, aber auch die ganze stimmung die kippt, und dazu gehören auch die kameras die das alles 'dokumentieren', die bullen und anwohner die den pastor schützen und so weiter, ....

lieber mag ich jetzt die seite verlinken, über die ich das video gefunden habe, und wo das ganze auch nochmal in einen bericht eingebettet ist.

www.africanactivist.org
Amplifying Africa's Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender and Intersex (LGBTI) Voices

und der Bericht: Watch: Ugandan Activists Challenge Religious Oppression at David Kato's Funeral

Montag, 31. Januar 2011

Gay Uganda

Ich war die letzte woche von der ermordung des ugandischen gay rights aktivisten David Kato geschockt, der mittwoch 26.01.11 mit schwerer kopfverletzung in seiner wohnung aufgefunden wurde und auf dem weg ins Krankenhaus starb.
dies geschah nachdem letztes jahr in der ugandischen boulevardzeitung rolling stone eine liste von 100 glbts mit bild und adresse veröffentlicht wurde, mit der aufforderung sie zu hängen. David Kato hat mit der organistaion SMUG (Sexual Minorities Uganda) erfolgreich gegen die veröffentlichung geklagt.
die umstände des mordes sind noch nicht genau geklärt aber offizielle stimmen waren schnell dabei dies von den aktivitäten als gay rights aktivisten abzukoppeln.
bei der beerdigung am freitag 28.01.11 kam es zum eklat, als der priester es sich nicht nehmen liess, eine hasspredigt gegen gblts zu starten. er wurde von freunden und mitaktivist_innen david katos unterbrochen, teile der bevölkerung des ortes unterstützen den pfarrer und die polizei musste einschreiten.
in dieser emotionalen trotzreaktion haben sich viele gays und aktivist_innen exponiert und damit 'geoutet'.
aus den gesprächen mit einem freund in uganda und aus dem blog gayuganda konnte ich erfahren, dass nun die Sorge umgeht, was sich daraus für konsequenzen für die exponierten personen ergeben.
dabei spielt es auch eine rolle, dass in wenigen wochen die präsidentschaftswahl in uganda ist. es geht die vermutung um, dass die 'bemühungen' um aufklärung des mordes oder auch die zurückstellung des anti-homosexuellen gesetzes, gegen das sich hauptsächlich die aktivitäten von SMUG richteten, nur dem (internationalem?) ansehen von präsident Museveni vor der wahl geschuldet sind, und nach der (warscheinlichen wieder-) wahl, das verschärfte anti-homosexualitäts gesetz wieder zur debatte stehen wird.
die befürchtungen gehen also davon aus, dass sich die bereits feindselige lage nach der wahl und nach der exponierung bei der beerdigung noch verschlimmern könnte.

wer, neben links zur berichterstattung, eine persönliche und eine innensicht zu dem thema lesen mag, dem sei das blog gayuganda empfohlen.

Donnerstag, 27. Januar 2011

may my loved ones be protected and there will be no harm

Ich bin so unendlich traurig und habe Angst um meinen Freund in Uganda. Ich bitte alle Kräfte des Himmels und der Erde ihn zu beschützen, dass ihm kein Leid geschehe.



Vor ein paar Tagen habe ich noch mit ihm gechattet und er erzählte mir, dass er bei seinem Chef angeschwärzt und beschuldigt wurde, sex mit einem seiner Studenten gehabt zu haben.
Wer die Nachrichten verfolgt hat, hat vielleicht mitbekommen, dass im letzten Jahr ein Gesetz in Uganda durchgebracht wurde zur Abstimmung vorgelegt wurde, welches die Kriminalisierung von Homosexuellen weiter verschärft, z.B. lebenslange Haftstrafen und sogar die Todesstrafe für Homosexuelle fordert. Letzteres konnte zwar Die Abstimmung konnte durch internationalen Druck abgewendet werden, was aber die gesellschaftliche Lage nicht verändert, in der so ein Gesetzentwurf überhaupt möglich ist. Es liegt nun in der Schublade, 'griffbereit'. So veröffentlichte der Rolling Stone (uganda) Bilder von Homosexuellen und forderte sie zu hängen.
Mit 'Erfolg'.
Heute bekomme ich über eine symbolische Facebook-aktion mit, dass David Kato gestern ermordet in seinem Haus aufgefunden wurde. Er war einer der Aktivisten, der sich in Uganda für die Rechte von Homosexuellen eingesetzt hatte und zu dessen Mord im Rolling Stone aufgerufen wurde.

(kleine ungenauigkeiten habe ich editiert)

David Kato, möge er in Frieden Ruhen.



May my loved ones be protected and there will be no harm, may their loved ones be protected and there will be no harm. No harm.

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